Ratgeber für Verkäufer

Die sieben teuersten Fehler beim Hausverkauf

Die meisten Fehler beim Verkauf einer Immobilie fallen erst auf, wenn sie nicht mehr zu korrigieren sind. Sie stehen nicht auf einer Rechnung, sondern im Kaufvertrag, als Betrag, der dort hätte stehen können. Diese sieben kosten am meisten.

Stand 15. September 2026, Lesezeit etwa 8 Minuten, LB Immobilien

Warum Fehler hier so teuer sind

Ein Hausverkauf ist für die meisten Menschen die größte Einzeltransaktion ihres Lebens. Genau deshalb wiegt jeder Prozentpunkt so schwer.

Bei einem Kaufpreis von 800.000 Euro entspricht ein einziger Prozentpunkt 8.000 Euro. Fünf Prozentpunkte sind 40.000 Euro. Kein anderer Fehler im Alltag hat diesen Hebel, und keiner ist so schwer zu bemerken, weil das Geld nie sichtbar abfließt. Es taucht schlicht nie auf.

Die gute Nachricht: Die meisten dieser Fehler passieren vor dem ersten Inserat, also zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch vollständig vermeidbar sind.

Das Muster

Was mit dem Preis über die Zeit passiert

Ein Inserat hat seine größte Wirkung in den ersten Wochen. Wer diese Phase mit einem überhöhten Preis verstreichen lässt, bekommt sie nicht zurück.

Was mit dem Preis passiert, wenn zu hoch gestartet wird

Schematische Darstellung

100 % 95 % 90 % 85 % Start 4 Wochen 3 Monate 6 Monate 9 Monate meist hier verkauft Preissenkung nach Preissenkung
Realistisch bepreist Zu hoch gestartet

Schematische Darstellung des Musters, keine Statistik. Die Aufmerksamkeit für ein Inserat ist in den ersten Wochen am größten. Wer diesen Zeitraum mit einem zu hohen Preis verstreichen lässt, verhandelt danach aus der schwächeren Position.

Ein Objekt, das seit acht Monaten online steht, verhandelt nicht mehr über den Preis. Es verhandelt darüber, warum es noch zu haben ist.

Im Einzelnen

Die sieben Fehler

Sortiert nach dem, was sie im Durchschnitt kosten. Die angegebenen Größenordnungen sind Erfahrungswerte zur Orientierung, keine garantierten Zahlen.

01 Der Angebotspreis wird zu hoch angesetzt kostet 5 bis 10 %
Der häufigste und teuerste Fehler. Ein zu hoher Startpreis wirkt harmlos, weil man ja jederzeit nachgeben kann. In Wahrheit verbraucht er genau die Wochen, in denen die Nachfrage am größten ist. Danach folgt Preissenkung auf Preissenkung, und jeder Interessent sieht, wie lange das Objekt schon online steht.
So vermeiden Sie ihnDen Preis aus tatsächlich erzielten Verkäufen ableiten, nicht aus Portalangeboten oder dem Wunsch, einen Verhandlungspuffer zu haben.
02 Die Unterlagen fehlen beim ersten Termin kostet Wochen
Energieausweis, Grundbuchauszug, Baupläne, Wohnflächenberechnung, bei Wohnungen Teilungserklärung und Protokolle. Fehlt etwas, springt die Bank des Käufers auf die Bremse, und im schlimmsten Fall haften Sie später für Angaben, die Sie nie belegen konnten.
So vermeiden Sie ihnAlle Unterlagen beschaffen und prüfen, bevor das erste Inserat online geht. Das kostet am Anfang Zeit und spart am Ende Wochen.
03 Mängel werden verschwiegen kostet bis zur Rückabwicklung
Feuchtigkeit im Keller, ein undichtes Dach, ein bekannter Schaden an der Heizung: Wer arglistig verschweigt, kann sich auf keinen Haftungsausschluss im Kaufvertrag berufen. Der Käufer kann Minderung, Schadensersatz oder die Rückabwicklung verlangen, oft Jahre später.
So vermeiden Sie ihnBekannte Mängel offen benennen und im Kaufvertrag dokumentieren. Ein sachlich erklärter Mangel kostet ein paar Tausend Euro, ein verschwiegener kann den ganzen Verkauf kosten.
04 Interessenten werden nicht geprüft kostet Monate
Ohne Finanzierungsbestätigung wissen Sie nicht, ob Ihr Käufer zahlen kann. Platzt die Finanzierung kurz vor dem Notartermin, geht das Objekt erneut online und gilt im Markt als schwer verkäuflich. Die Verhandlungsposition beim zweiten Anlauf ist deutlich schlechter.
So vermeiden Sie ihnVor der Reservierung eine belastbare Finanzierungsbestätigung verlangen. Seriöse Käufer haben damit kein Problem.
05 Die Immobilie wird schlecht präsentiert kostet Interessenten
Handyfotos bei schlechtem Licht, ein unaufgeräumtes Wohnzimmer, kein Grundriss. Die Entscheidung, ob jemand einen Besichtigungstermin anfragt, fällt in wenigen Sekunden beim Durchscrollen. Weniger Anfragen bedeuten weniger Wettbewerb, und weniger Wettbewerb bedeutet einen niedrigeren Preis.
So vermeiden Sie ihnProfessionelle Fotos, aufbereitete Grundrisse und ein Exposé, das die Fragen beantwortet, bevor sie gestellt werden.
06 Emotional verhandelt statt sachlich kostet 3 bis 5 %
Käufer verhandeln mit Argumenten: Baujahr, Heizung, Dämmung, anstehende Rücklagen. Für Sie ist es das Zuhause, in dem Ihre Kinder groß geworden sind. Wer Kritik persönlich nimmt, reagiert entweder trotzig oder gibt zu schnell nach. Beides kostet Geld.
So vermeiden Sie ihnDie Verhandlung führen lassen oder sich vorher schriftlich eine Preisuntergrenze setzen und sich daran halten.
07 Der Zeitpunkt wird nicht geplant kostet doppelte Kosten
Wer verkauft, bevor die Anschlussimmobilie steht, gerät unter Druck. Wer erst kauft und dann verkauft, trägt womöglich monatelang zwei Finanzierungen. Auch Fristen spielen mit, etwa die Zehnjahresfrist bei vermieteten Objekten oder eine Vorfälligkeitsentschädigung bei laufender Finanzierung.
So vermeiden Sie ihnDen Ablauf vom Notartermin rückwärts planen und vorher klären, welche Fristen für Ihre Situation gelten.

Die Gegenrechnung

Was gute Vorbereitung ändert

Auffällig ist, wie wenige dieser Fehler mit dem Markt zu tun haben. Fast alle entstehen in den Wochen vor der Veröffentlichung. Wer diese Wochen ernst nimmt, hat den Verkauf schon zur Hälfte gewonnen.

  • Erst bewerten, dann inserieren. Der Preis ist die einzige Entscheidung, die sich später kaum korrigieren lässt, ohne Geld zu kosten.
  • Unterlagen vor dem ersten Foto. Was Sie nicht belegen können, wird im Zweifel gegen Sie ausgelegt.
  • Mängel benennen, bevor der Käufer sie findet. Offenheit kostet einen Nachlass, Verschweigen kostet den Vertrag.
  • Nur mit geprüften Interessenten weitergehen. Ihre Zeit und Ihre Verhandlungsposition sind zu wertvoll.
  • Eine Preisuntergrenze festlegen, schriftlich. Im Gespräch entscheidet man anders als am Küchentisch.

Der teuerste Fehler ist nicht der falsche Preis. Es ist der Preis, den niemand hinterfragt hat.

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Häufige Fragen

Fehler beim Hausverkauf: Ihre Fragen

Was ist der häufigste Fehler beim Hausverkauf?

Ein zu hoher Angebotspreis. Er verbraucht die Wochen mit der größten Aufmerksamkeit und führt fast immer zu einer Kette von Preissenkungen. Am Ende wird oft unter dem Wert verkauft, der zu Beginn erreichbar gewesen wäre.

Muss ich bekannte Mängel offenlegen?

Ja. Wer einen bekannten Mangel arglistig verschweigt, kann sich nicht auf den Haftungsausschluss im Kaufvertrag berufen. Der Käufer kann dann Minderung, Schadensersatz oder die Rückabwicklung verlangen. Bekannte Mängel gehören offen benannt und in den Kaufvertrag.

Wie finde ich den richtigen Angebotspreis?

Über tatsächlich erzielte Kaufpreise vergleichbarer Objekte, nicht über Angebotspreise auf Portalen. Zustand, Baujahr, Lage und Grundstück fließen ein. Eine Bewertung vor Ort ist genauer als jedes Online-Tool, weil Fotos den Zustand nur begrenzt zeigen.

Wie lange sollte eine Immobilie online stehen?

Die meisten gut bepreisten Objekte finden ihren Käufer in den ersten Wochen. Steht ein Inserat mehrere Monate ohne ernsthafte Anfragen online, liegt es fast immer am Preis und nicht am Markt.

Sollte ich vor dem Verkauf renovieren?

Meist nicht umfassend. Kleine Maßnahmen wie Streichen, Entrümpeln und die Reparatur offensichtlicher Kleinigkeiten zahlen sich aus. Große Sanierungen selten, weil Käufer die Technik und die Ausstattung oft ohnehin nach ihrem Geschmack wählen möchten.

Was kostet mich ein Fehler konkret?

Bei einem Kaufpreis von 800.000 Euro entspricht ein Prozentpunkt 8.000 Euro. Drei Prozentpunkte sind 24.000 Euro. Die meisten Fehler auf dieser Liste bewegen sich in genau dieser Größenordnung oder darüber.

Alle Beträge und Prozentangaben sind Erfahrungs- und Richtwerte zur Orientierung, keine garantierten Ergebnisse. Der dargestellte Kurvenverlauf ist schematisch. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: 15. September 2026.

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